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Bademode an der Ostsee im Wandel der Zeit

Kerstin Bruns
Kerstin Bruns
Redakteurin

Total verhüllt bis NackedaiDie Bademode im Wandel der Zeiten

Kennen Sie das auch? Der Urlaub ist endlich in greifbare Nähe gerückt. Die Urlaubsgarderobe wird gesichtet, was nicht mehr passt, gnadenlos aussortiert. Bei der Auswahl der Badebekleidung ist zudem ein Blick auf die Waage sinnvoll. Wollen wir ALLES am Strand zeigen, was der heimatliche Spiegel uns verrät? Hand auf´s Herz: NEIN! Zumindest wollen wir die Dellen, Beulen, Rundungen etc. verdecken, die optisch vielleicht nicht ganz so gelungen erscheinen. Doch sind diese verdeckenden Stoffe noch zeitgemäß? Wirken wir am Strand nicht zu altmodisch? Also Verhüllen – ja, aber bitte mit Schick; keine Zeltplanen.

Was trägt man am Strand von Boltenhagen, was sollte man lieber bleiben lassen? Mit welchen Bademoden erfreuten die Damen und Herren in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten das jeweils andere Geschlecht?

Gehen Sie mit uns auf die Reise in die zurück liegenden Jahrzehnte und Jahrhunderte und staunen Sie, was unser Strand alles zu sehen - oder auch nicht zu sehen bekam.

Knie bedeckt muss sein Baden und Bademode Anfang des 19. Jahrhunderts

Da unser Ostseebad Boltenhagen sich bereits seit dem Jahr 1803 als Seebad präsentiert, ist es natürlich prädestiniert, über die interessante Bademode im Wandel der Zeit zu berichten.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Badebekleidung nicht einem Modediktat unterworfen, sondern einzig und allein den Sittenwächtern, die für Zucht und Ordnung sorgten. Es war verpönt, nackte Haut zu zeigen. Die Badegewänder ähnelten eher den Schlafgewändern. Sie waren so lang, dass die Beine stets bedeckt waren. Manchmal wurden sogar Gewichte an den Saum der Baderöcke der Damen gehängt, um ein Auftrieb im Wasser zu verhindern.

Zur sittengerechten Kleiderordnung am Strand gehörten zudem ein Hut, Badestrümpfe und ein Korsett. Schwimmen oder gar im Wasser toben ging so natürlich nicht, das war auch nicht schicklich. Badekarren hielten Einzug am Strand von Boltenhagen. So konnten die tugendhaften Damen ungesehen und diskret in das etwas tiefere Wasser gefahren werden und wieder zurück. Gleichzeitig diente dieses Gefährt als Umkleidekabine.

 

Quelle: gemeinfrei Wikipedia.org | Es ging züchtig zu beim Baden.

Es wird verdeckt, was verdeckt gehörtBademode an der Ostsee in der Mitte des 19. Jahrhunderts!

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs das Modebewusstsein auch im Bereich des Ostseestrandes.

Die Damen trugen wadenlange Hosen, darüber ein alles verhüllendes Überkleid im Marinelook. Die Herren zeigten sich da etwas figurbetonter, sie trugen Badetrikots, die bis über die Oberschenkel reichten. Die Kinder waren mit Matrosenanzügen für die Buben und zarten Prinzesskleidchen für die Mädels up to date. Je reicher die Damen und Herren waren, umso mehr Schnallen, Knöpfchen und Klimbim war an der Kleidung.

Diese Mode war noch weit entfernt von figürlicher Betonung. Das Preußentum verlangte ein auf den Ehemann und Familie fixiertes keusches Frauchen, das mit ihren Reizen geizte.

Quelle: gemeinfrei Wikipedia.org, Postkarte aus 1910 | Die Männer durften schon Bein zeigen

Freiheit für die Knie Die flotten 20er – Bademode um 1920!

Die Bademode wurde nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches frecher. Die Knie wurden freigelegt – das Trikot und der Badeanzug waren geboren. Allerdings gab es auch hier noch Vorschriften zu beachten: Der Badeanzug musste den Oberkörper der Frau vollständig bedecken, ebenso war auf eine vorgeschriebene Beinlänge zu achten. Ebenso neu: Männer und Frauen durften ab dem Jahr 1928 endlich gemeinsam zum Baden gehen. So machte das Strandleben nach den prüden Jahrzehnten richtig Spaß.

Es wird wieder strenger Der „Zwickelerlass“ 1932! Badepolizeiverordnung regelt die Bademode!

Um den langsam um sich greifenden „Sittenverfall“ Einhalt zu gebieten, regelte der im Volksmund genannte „Zwickelerlass“ vom 18.08.1932 nun per Gesetz die Kleiderordnung beim Baden.

Nacktbaden wurde somit polizeilich verboten. Sowohl die Badeanzüge für die Damen als auch die Badetrikots für die Herren mussten im Schritt mit einem Zwickel (keilförmiger Einsatz) versehen sein. Daher auch der Name des Erlasses.

Zu diesem Thema haben wir einen tollen Artikel gefunden: Das war einmal!

Der Badekarren diente gleichzeitig als Transportmittel in die Ostsee und natürlich auch zum Umkleiden.

Der Bikini hält Einzug1950 – Boltenhagen planscht freizügiger!

Nach dem zweiten Weltkrieg sonnten sich die Deutschen nicht nur in dem heiß ersehnten Frieden, auch die Bademode, die aus Amerika kam, gewann immer mehr Anhänger. Freizügigkeit war angesagt, man zeigte mehr Haut, der Bikini, der den weiblichen Bauch freilegte, war geboren. Diesen gibt es immer noch in unterschiedlichsten Farben und Formen.

Die Bademode wird freizügiger. Es darf Haut gezeigt werden.

Buntes Treiben am StrandBademode an der Ostsee heute

Tja, wie die Zeiten sich doch ändern. Heute kann alles getragen werden, was gefällt. Das mag nicht immer vorteilhaft bei den einzelnen Trägerinnen und Trägern sein, aber wer mag da schon urteilen?

Wohlfühlen ist angesagt und so ist am Strand alles zu sehen:

Badeanzüge, Bikinis, Tankinis, Badehosen, Badeshorts, Badebermudas, Tangas und Strings. Lediglich die Schnitte der knappen und farbenfrohen Teilchen ändern sich von Jahr zu Jahr ein wenig. Schnelltrocknende Materialien schützen zudem vor Blasenentzündungen.

Jeder so, wie er mag und das ist auch gut so.

Erlaubt ist, was gefälltBaden mit OHNE in Boltenhagen!

Wer nun ganz auf die Bademode verzichten möchte, kann das auch in Boltenhagen tun. FKK-Anhänger (Freikörperkultur) können sich an mehreren Strandabschnitten unbekleidet dem Nacktkult widmen. Zwischen den Strandzugängen 11 und 12 finden die Nudisten ihren Strandabschnitt, die Strandabschnitte zwischen dem Strandzugang 12 und 13 sowie am Strandzugang 22 können sowohl unsere Nacktfrösche als auch die Bikinifraktion nutzen. So bietet unser schöner Strand in Boltenhagen für jeden das Passende.

 

Es geht auch ohne ... FKK an den Strandzugängen 11 und 12

Wir fassen zusammenBademode im Wandel der Zeit: Von 1900 bis 1970!

Als Ausklang unseres Artikels haben wir ein wirklich interessantes Filmchen gefunden. Bitte schauen Sie und verfolgen Sie die Bademode im Laufe der Jahrzehnte des 20. Jahrhundert:



Wir hoffen, unser kleiner Rundgang durch die Geschichte der Bademode hat Ihnen gefallen. Vielleicht konnten wir Sie auch neugierig machen auf das schöne Ostseebad Boltenhagen?


Auf www.boltenhagen.travel erhalten Sie viele interessante Informationen nicht nur zur Bademode.

Hier treffen Sie auf viele Ostseebewohner, auf diverse Veranstaltungen im Ort und auf die Highlights des Jahres. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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