Sperbereule

Reporter, Einheimische und Gäste stehen Kopf in Boltenhagen – Die Sperbereule ist da!

Seit ca. zwei Wochen hat Boltenhagen einen seltenen Gast. Richtung Tarnewitz Huk (Naturschutzgebiet) stehen Reportergruppen und Fotografen mit großen Objektiven und üben sich in Geduld und im Stillstehen. Das Objekt der Begierde: eine seltene Sperbereule.

Normalerweise lebt die Sperbereule in Norwegen und Schweden,  Kamtschatka sowie in Alaska und Kanada. Der lateinische Name unseres seltenen Gastes lautet:  Surnia ulula.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Eulenarten jagt sie fast ausschließlich am Tag und während der Dämmerung. Zu den Lieblingsspeisen gehören Kleinvögel und Wühlmäuse. Auch unsere Sperbereule wurde schon gesichtet mit einem Mäuschen im Schnabel. Ostseeluft macht eben hungrig. Die in den letzten Tagen veröffentlichten Bilder von der Sperbereule, die bei uns in Boltenhagen zu Gast ist,  zeigt sie aufrecht stehend auf kleinen Ästen. Dieses ist die  typische  Ruhestellung.

Die Ähnlichkeit zu einem Sperber ist unverkennbar. Daher auch der Name.

Sperber

© Merops wikimedia.org | Sperber

Möchte die Sperbereule sich fortpflanzen, werden vor allen Dingen die Monate März und April genutzt.  Die Partner schließen eine Ehe auf Zeit, nach der Brutsaison geht oder fliegt jeder wieder seinen eigenen Weg.  Aber erst wird gebrütet: zwischen 5 bis 8 Eiern werden ausschließlich von dem Weibchen ausgebrütet. Das Männchen schafft derweil Beute heran und versorgt die Brütende und später auch die Nestlinge.  Nach mindestens 20 Tagen Lebenszeit verlassen die Jungvögel das elterliche Nest. Mit 30 bis 32 Tagen werden die ersten Flugversuche unternommen. Der Sperbereulenpapa versorgt seine Sprösslinge bis in den Herbst mit  Futter. Die Frau Mutter hingegen ist mit der Mauser (Abwerfen und Neuwachstum der Federn) beschäftigt.  Im Herbst setzt der Wandertrieb bei den Jungeulen ein. Nun unterstehen sie auch nicht mehr der elterlichen Fürsorge.

Unsere Sperbereule lebt aber nicht ganz sorgenfrei. Gern landen ihre Artgenossen in die Mägen von größeren Eulenarten, wie zum Beispiel dem Uhu. Aber auch Raubtiere wie der Marder stellen eine Bedrohung da.

Übrigens: die Sperbereule hat eine Körperlänge von bis zu 41 cm. man kann sie also gut erkennen, wenn sie im Tarnewitzer Huk  oder in der Weißen Wiek sich einen Baum als Rastplatz ausgesucht hat.  Sie werden bis zu 8 Jahre alt.

Unsere Sperbereule ist mittlerweile sehr berühmt geworden: Sie hat nun das Zeug zum Medienstar, lesen Sie hier: NABU

Wir werden für Sie unseren seltenen Besuch im Auge behalten und weiter berichten.