Die Steilküste in Boltenhagen / Redewisch

Ein Anziehungspunkt an der Ostsee – die Steilküste in Boltenhagen/Redewisch

Definition Steilküste lt. wikipedia:

„Eine Steilküste ist ein Küstenabschnitt, bei dem vom Meer aus kein allmählicher Übergang zum Festland stattfindet, sondern das Meer jäh auf das steil aufragende Festland trifft. Dabei liegt die Höhe des Festlandes deutlich über dem Meeresspiegel.“

Quelle: wikipedia.org

Was wie ein trockener Unterrichtsstoff beschrieben wird, entpuppt sich bei einem Besuch der Steilküste als ein ursprünglicher, rustikaler, rauer und schöner Ort.

Wie hoch ist die Steilküste Boltenhagen?

Bis zu 35 m Höhe ragt die Steilküste in Boltenhagen/Redewisch in den Himmel. Entstanden ist sie in der letzten Eiszeit (Weichsel-Glazial), die vor ca. 10 000 Jahren endete.

Wo beginnt die Steilküste und wie gelangt man dorthin?

Im westlichen Teil von Boltenhagen, dem Ortsteil Redewisch, steigt das Gelände langsam an. Im Bereich Großklützhöved erreicht sie eine Höhe von bis zu 35 Metern. Sowohl auf Wanderwegen als auch per Fahrrad kann man die Steilküste erobern.

Unser kleiner Rundgang an der Steilküste von Boltenhagen!

Auch im Winter ist ein Spaziergang an der Steilküste ein lohnenswertes Ziel. Der frische Wind vertreibt den Winterblues und lässt uns tief durchatmen. Auf einem verwitterten Schild wird der Besucher gewarnt; das Schild ist zwar alt, die Gefahr aber aktuell und sehr real.

Im Bereich der Steilküste besteht Lebensgefahr

Im Bereich der Steilküste besteht Lebensgefahr

Immer wieder kommt es zu Abbrüchen der Steilküste, wie gerade von ein paar Tagen. Gerade nach ausgiebigen Regenfällen ist der Boden durch abfließendes Wasser Richtung Küste stark aufgeweicht. Dadurch kommt es vermehrt zum Abrutschen des Bodens, der bei größeren Abbrüchen auch Bäume mitsamt Wurzeln mit sich reißt. Jährlich kommen da schon so einige Kubikmeter zusammen. Wir sind also vorsichtig und gehen behutsam einen kleinen Wanderweg runter zum Strand. Große, abgeschliffene Findlinge, Relikte aus der letzten Eiszeit, versperren uns teilweise den Weg. Ein kleines Flüsschen, das durch den vielen Regen an Kraft gewonnen hat, begleitet unseren Abstieg und stellt gleichzeitig ein bizarres Fotomotiv da.

Der kleine Fluss Richtung Strand führt viel Regenwasser mit sich.

Der kleine Fluss Richtung Strand führt viel Regenwasser mit sich.

Eiszapfen haben sich am Flüsschen gebildet. Es wintert in Boltenhagen.

Eiszapfen haben sich am Flüsschen gebildet. Es wintert in Boltenhagen.

Am Strand angekommen, präsentiert sich uns ein Gemisch aus Lehm, Steinen und Geröll.

Nach größeren Abbrüchen kann man, mit etwas Glück, Fossilien finden. Besonders beliebt bei den Urlaubern sind Hühnergötter oder Donnerkeile. Wir haben kein Glück und kehren ohne Beute dem Strand den Rücken.

Immer wieder kommt es zu Abbrüchen an der Steilküste.

Immer wieder kommt es zu Abbrüchen an der Steilküste.

Die Steilküste versinkt im Nebel.

Die Steilküste versinkt im Nebel.

Vorbei an den Flusslauf geht es wieder Richtung Himmel. Oben angekommen entdecken wir eine nette Sitzgelegenheit mit einer tollen Aussicht. Richtung Osten lockt die Insel Poel und zur westlichen Seite kann man die Küste von Schleswig-Holstein erahnen. Für heute bleibt es bei der Ahnung, die Sicht ist zu schlecht.

Wenn das Wetter es zulässt haben Sie hier einen tollen Ausblick auf die Bucht.

Wenn das Wetter es zulässt haben Sie hier einen tollen Ausblick auf die Bucht.

Da wir keinen heißen Kaffee in einer Thermoskanne dabei haben, wird auch die Sitzgelegenheit von uns nicht benutzt. (Außerdem: wir wollen uns keine Blasenentzündung holen, es ist einfach zu kalt zum Sitzen, Gucken und Genießen, – 3 °C.) Aber wir nehmen uns fest vor: Sobald das Wetter angenehmere Temperaturen aufweist und die Gefahr einer Verkühlung untenrum nicht mehr gegeben ist, kommen wir wieder. Und dann mit Kaffee und Kuchen im Gepäck und viiiieeeel mehr Zeit zum Gucken.

Bild-Quelle:

  • © brunsK.